Schnellstart-Checkliste plus Aufbau, Kanalbelegung, Routing, Grundabgleich und Standard-EQ.
Grundlage: Soundcraft LX7ii Bedienungsanleitung · Belegung: üblicher Aufbau vor Ort.
1Checkliste (Schnellstart)
Diese Checkliste führt einmal durch den kompletten Ablauf. Jeden Punkt aufklappen, um die nötigen
Infos direkt zu sehen. Die Abschnittsnummern verweisen auf die ausführlichen Erklärungen weiter unten.
Beim Drucken werden alle Punkte automatisch aufgeklappt.
Alles hochtragen & aufstellen
Zuerst wird alles hochgetragen und aufgestellt, danach geht es an die Verkabelung (nächster Punkt).
Gemeinsam mit Andy alles hochtragen und aufstellen: Stagebox/Multicore, Monitore, Kabel.
Für das Pult eine Kirchenbank umdrehen (dient als Ablage) und das Pult darauf abstellen.
Strom anschliessen; Pult zuerst einschalten (danach die PA).
Vor dem Verkabeln: alle Fader unten, alle GAIN-Regler links, MUTE gedrückt.
Pult verkabeln (Rückseite)
Was am Pult wohin gehört (Erklärung: Abschnitt 3, Bild: Abschnitt 3.6):
Am Pult
Kabel / Ziel
MIC-Eingang 1–16
Multicore, 1:1 zur Stagebox Eingang 1–16 (XLR–XLR)
LINE 15 / 16 optional
Laptop (3,5 mm → 2× 6,35 mm) – nur bei Playback; XLR an 15/16 vorher ausstecken
AUX 1
→ Stagebox Ausgang B · Monitor Piano · XLR→Klinke-Adapter
Ausgang A = defekt. Die Pult-Ausgänge sind 6,3-mm-Klinkenbuchsen,
die Multicore-Enden XLR → daher XLR→Klinke-Adapter verwenden.
Auf der Bühne verkabeln
Zusammen mit Andy – zuerst das Signal zur Haus-PA, dann Mikrofone, DI-Boxen und Monitore.
Piano und Akustikgitarre über eine DI-Box auf XLR.
Cajón: Grenzflächenmikrofon (Kondensator) → an Kanal 13 48V an.
Routing & Grundeinstellung (vor dem Soundcheck)
Routing an den Kanälen: Instrumente (10, 12, 13) auf 1–2,
Gesang (Kanal 8 abwärts) auf 3–4, Laptop (15/16) auf MIX.
Die MIX-Taste sonst am Kanal nicht drücken.
Master: Gruppen-Fader auf „0“, Gruppen-MIX-Schalter an, MIX-Fader auf „0“,
MIX TO C an (für den Sub).
Monitore: PRE-Schalter für Aux 1&2 sowie 3&4 drücken (Monitor = pre-fade).
PAN an allen Kanälen in die Mitte (die Saal-PA ist mono).
48V nur dort einschalten, wo nötig (z. B. Cajón). Details: Abschnitt 3.5, Belegung: Abschnitt 4.
Line-Check
Jeden Kanal kurz anspielen bzw. hineinsprechen und prüfen, ob überhaupt ein Signal ankommt
(Gain aufdrehen, PFL/Meter beobachten). Die Zuordnung (welches Mikro ist welcher Kanal?) kontrollieren.
Soundcheck (mit Andy)
Andy ist auf der Bühne und spielt bzw. spricht. Reihenfolge: zuerst Piano, dann die
Mikrofone (Gesang), dann weitere Instrumente. Pro Kanal:
Kanal bleibt zunächst MUTE (stumm).
PFL drücken und den GAIN so weit aufdrehen, dass das Meter im
gelben Bereich liegt (Spitzen kurz ins erste Rot).
MUTE lösen und den Fader so weit hochziehen, dass Andy sich ebenfalls hört.
Nächster Kanal – Schritte 1–3 wiederholen.
Direkt nach dem Piano alle Ausgänge prüfen (das Piano als Signalquelle): Saal-Lautsprecher,
Monitore und Subwoofer.
Nach 15–30 Minuten (die Stimmen sind dann warm) den Gain noch einmal prüfen und ggf. nachziehen.
Hintergrund: Abschnitt 5.2.
EQ voreinstellen
Zeitpunkt flexibel: entweder direkt nach dem Soundcheck oder am Sonntag, während die Band sich einrichtet.
Standardwerte als Startpunkt („0“ = Regler in Mittelstellung). Zusatz-Instrumente: Abschnitt 6.
Kanal
Instrument
HF
HI MID
LO MID
LF
8 abwärts
Gesang – weiblich
+8
2,4 kHz / +2
465 Hz / −2
−2
8 abwärts
Gesang – männlich
+4
2,0 kHz / +2
960 Hz / 0
−2
10
Piano
+4
2,9 kHz / +2
665 Hz / +2
−2
12
Akustikgitarre
+4
2,0 kHz / 0
665 Hz / +2
+4
13
Cajón (Bassdrum-Werte)
+4
1,6 kHz / 0
265 Hz / −4
+4
15/16
Laptop
0
– / 0
– / 0
0
Laptop / Playback
Adapter 3,5 mm → 2×6,35 mm an die Line-Eingänge von Kanal 15 (L) und 16 (R).
XLR an 15/16 vorher ausstecken, PAN mittig, Routing MIX,
Fader langsam hochziehen.
Ziel des Mixes & Feinschliff
Grob-Ausgleich: Verhältnis Instrumente ↔ Gesang mit den Gruppen-Fadern
(1/2 = Instrumente, 3/4 = Gesang). Fein: einzelne Kanal-Fader.
Ziel: alle Instrumente sind hörbar, die Band hört sich über die Monitore – ohne dass es zu
laut wird. Das Publikum hört den meisten Klang aus der Haus-PA, nicht über die Monitore.
Meter im gelben Bereich halten; bei Rückkopplung Gain/EQ senken.
Während des Gottesdienstes
Grundsatz: alles bleibt stumm (MUTE) – die Fader müssen während des Gottesdienstes nicht
angefasst werden.
Sobald die Band auf der Bühne ist (und nur dann): das Piano entstummen.
Wenn das Piano zu spielen beginnt: das Übrige entstummen (Gesang, Gitarre usw.).
Bevor die Sänger das Mikrofon auf den Notenständer legen: die Kanäle vorher
muten – sonst hört man das metallische Klappern (Mikro auf dem Ständer). Zum Singen dann
wieder entstummen.
Abbau
Alle Fader nach unten, PA/Verstärker zuerst ausschalten, dann das Pult.
48V vor dem Ziehen der Mikros abschalten; Laptop-Adapter entfernen und die XLR wieder stecken.
2Das Pult im Überblick
Das Soundcraft LX7ii ist ein analoges Live-Mischpult mit 16 Monokanälen.
Es ist robust, hat ein eingebautes Netzteil und eignet sich für kleine bis mittlere Veranstaltungen
wie Gottesdienste. Alle Ein- und Ausgänge sind symmetrisch (balanced) ausgeführt.
Wichtige Eigenschaften
16 Monokanäle: je Kanal XLR-Mikrofon-Eingang und Klinken-Line-Eingang, GAIN-Regler mit 60 dB Regelbereich.
4-Band-Equalizer (EQ) pro Kanal, zwei Bänder mit verstellbarer Mittenfrequenz (siehe Abschnitt 6).
100 Hz-Hochpassfilter (steilflankig, 18 dB/Oktave) – gegen Brummen, Trittschall und Pop-Geräusche.
6 Aux-Wege für Monitore/Foldback und Effekte. Aux 1&2 und 3&4 sind paarweise umschaltbar zwischen pre-fade (vor dem Fader) und post-fade; Aux 5&6 sind immer post-fade.
4 Gruppen (Subgruppen 1–4) zum Bündeln von Instrumenten und Gesang (siehe Abschnitt 3.5).
Ausgänge: Gruppen 1–4, Hauptmischung Mix L/R, separater Mono-Bus „C“, sechs Aux-Ausgänge, Monitor-/Kopfhörer-Ausgang.
48 V-Phantomspeisung in Vierer-Blöcken, zuschaltbar über die 48V-Schalter.
PFL-Taste pro Kanal: Kanal vorab abhören, ohne die Hauptmischung zu stören.
Bargraph-Anzeige (3-farbig) zur Pegelkontrolle von Gruppen und Monitor/Mix.
Signalweg eines Kanals (kurz): Eingang → GAIN → Hochpass (100 Hz) →
Insert → EQ → Aux-Sends → Fader → Routing (Gruppe / Mix / C) → Master-Ausgang.
3Aufbau & Anschluss
3.1 Stagebox & Multicore
Ton und Pult sind über ein Multicore-Kabel mit einer Stagebox auf der Bühne verbunden.
Die Stagebox hat zwei getrennte Blöcke:
16 analoge Eingänge (1–16): XLR-Buchsen für Mikrofone/DI-Signale. Diese gehen 1:1 auf die Pultkanäle 1–16.
8 analoge Ausgänge (A–H): Rückwege vom Pult zur Bühne/zum Saal (siehe Belegung unten).
Line-Quellen (Piano, Gitarre) kommen über eine DI-Box als symmetrisches XLR-Signal an der
Stagebox an – dann funktioniert die 1:1-Belegung für alle Kanäle gleich.
Adapterkabel am Pult-Ausgang. Die Kabelenden des Multicore sind XLR, die Ausgänge des
LX7ii (Aux, Mix L, C/Mono) sind aber 6,35 mm Klinkenbuchsen (TRS). Deshalb die Ausgänge
B, C, D (Aux) sowie E (Mix L) und F (C/Mono) jeweils über ein
XLR-auf-Klinke-Adapterkabel (XLR female → 6,3 mm Klinke, symmetrisch/TRS) verbinden.
Für die Eingänge 1–16 sind keine Adapter nötig – die Mikrofon-Eingänge des Pultes sind XLR.
3.2 Ausgangsbelegung A–H
Ausgang
Pult-Anschluss
Funktion / Ziel
A
–
defekt nicht verwenden
B
Aux 1
Monitor Piano
C
Aux 3
Monitor Gesang
D
Aux 4
Monitor Gesang 2 (nur bei Bedarf – meist reicht ein Gesangsmonitor)
E
Mix L
Saal-PA (Hausanlage) – Mono-Eingang
F
C (Mono)
Subwoofer – Mix-to-C aktivieren
G
–
frei Reserve
H
–
frei Reserve
Die Saal-PA ist mono (nur Mix L). Deshalb den PAN-Regler an allen Kanälen
in der Regel in Mittelstellung (12 Uhr) lassen – sonst verschwindet ein hart nach rechts
gepanntes Signal aus dem Saal.
Subwoofer richtig ansteuern: Im Master die Taste „MIX TO C (mono)“ aktivieren –
dann bekommt Ausgang F das komplette Mix-Signal. Die C-Taste an den einzelnen Kanälen bleibt aus
(sonst addieren sich Mix und C und es kann zu Rückkopplungen kommen).
3.3 Grundregeln für den Anschluss
Alle Fader unten und alle GAIN-Regler links, bevor Kabel gesteckt oder die
48V-Phantomspeisung ein-/ausgeschaltet wird.
48V nur für Kondensatormikrofone und nur bei Bedarf einschalten. Die Gesangsmikrofone
(dynamisch) brauchen kein 48 V – das Cajón wird aber meist mit einem
Grenzflächenmikrofon (Kondensator) abgenommen und braucht daher 48 V.
Mikrofone immer mit symmetrischem 3-adrigem XLR-Kabel anschliessen.
Vor dem Einschalten der Anlage: Pult einschalten, dann Verstärker/PA. Beim Ausschalten umgekehrt.
3.4 Laptop / Playback anschliessen
Für Musik vom Laptop (oder Handy) wird ein 3,5 mm-Klinke-auf-2×6,35 mm-Adapterkabel
verwendet. Angeschlossen wird direkt am Pult an den Line-Eingängen der Kanäle 15 (L) und 16 (R).
Vor dem Anschliessen: die XLR-Kabel an Kanal 15 und 16 ausstecken (der Line-Eingang
funktioniert nur, wenn nichts im MIC-Eingang steckt) und die PAN-Regler 15/16 in der Mitte lassen. Die Kanäle 15/16 werden auf MIX geroutet.
Danach die Kabel wieder wie gewohnt anstecken, wenn kein Laptop mehr gebraucht wird.
3.5 Routing: Instrumente 1–2, Gesang 3–4, Laptop auf MIX
Instrumente und Gesang werden auf Gruppen gebündelt, damit man beide Blöcke getrennt in der Hand hat.
Deshalb müssen die Routing-Tasten neben den Fadern entsprechend gesetzt sein:
Die MIX-Taste an Instrumenten- und Gesangskanälen nicht zusätzlich drücken – sonst läuft das Signal doppelt (leiser/lauter je nach Fader). Ausnahme: der Laptop (15/16) wird direkt auf MIX geroutet.
Im Master die Gruppen-MIX-Schalter drücken: dann gehen Gruppe 1 & 3 auf Mix L
und Gruppe 2 & 4 auf Mix R.
Damit werden die Gruppen-Fader zu den Gesamtreglern für „Instrumente“ (1/2) und „Gesang“ (3/4).
Die vier Gruppen lassen sich auf der Bargraph-Anzeige einzeln kontrollieren.
3.6 Anschluss-Übersicht (Rückseite)
Welches Kabel im Pult wo hingehört – Pult links, Stagebox rechts. Die Pfeile zeigen die
Signalrichtung. Alle Wege zwischen Pult und Bühne laufen über das Multicore.
Am Pult-Ausgang sind XLR→Klinke-Adapter nötig (die Pult-Ausgänge sind
6,3 mm Klinkenbuchsen, die Multicore-Enden XLR). Der Laptop wird direkt am Pult
(LINE 15/16) angeschlossen, nicht über die Stagebox. Ausgang A ist defekt.
4Kanalbelegung
Üblicher Aufbau: Gesang ab Kanal 8 abwärts, Piano 10, Akustikgitarre 12.
Eingang n der Stagebox entspricht Pultkanal n. Selten genutzte Kanäle sind als Reserve markiert.
Kanal
Instrument / Quelle
48V
HPF 100 Hz
Routing
Hinweis
8
Gesang – rechtestes Mikrofon
aus
aus
3–4
Kanal 8 ist immer das rechteste Mikrofon.
7
Gesang
aus
aus
3–4
6
Gesang
aus
aus
3–4
5
Gesang
aus
aus
3–4
4–1
Gesang – weitere Stimmen
aus
aus
3–4
Der Block wächst nach unten (bis Kanal 1).
9
frei
–
–
–
Reserve.
10
Piano
aus
aus
1–2
über DI-Box auf XLR.
11
frei
–
–
–
Reserve.
12
Akustikgitarre
aus
aus
1–2
über DI-Box auf XLR.
13
Cajón (gelegentlich)
an
aus
1–2
Grenzflächenmikrofon (Kondensator) → 48V an.
14
frei
–
–
–
Reserve.
15
Laptop / Playback – Loptional
aus
aus
MIX
Line, 3,5 mm→2×6,35 mm; XLR ausstecken.
16
Laptop / Playback – Roptional
aus
aus
MIX
Line, 3,5 mm→2×6,35 mm; XLR ausstecken.
Monitorwege: Aux 1 = Piano, Aux 3 = Gesang, Aux 4 = Gesang 2.
Anordnung der Gesangsmikrofone: Vom Publikum aus gesehen bekommt das linke Mikrofon die
kleinste Kanalnummer, das rechte die grösste – Kanal 8 ist immer das rechteste Mikrofon.
Der Gesangsblock endet bei Kanal 8 und wächst nach unten, wenn mehr Stimmen dazukommen; eine feste „erste Stimme“
gibt es nicht. Beispiel mit 4 Stimmen: links = Kanal 5, dann 6, 7, rechts = Kanal 8.
Selten gebrauchte Instrumente: Bass/Schlagzeug (Bassdrum, Overheads) wie im alten Layout kommen
nur gelegentlich dazu. Dafür die freien Kanäle 9 / 11 / 14 nutzen (Routing dann 1–2, da Instrumente);
Overhead-Kondensatormikrofone brauchen 48V. Die passenden EQ-Startwerte stehen in Abschnitt 6.
5Grundabgleich (Gain, EQ, Pegel)
5.1 Grundstellung (vor dem Soundcheck)
Alle Fader ganz unten, alle GAIN-Regler ganz links (Minimum).
Alle EQ-Regler in Mittelstellung (12 Uhr = 0 dB). Später auf die Standardwerte aus Abschnitt 6 drehen.
MUTE-Tasten an den benötigten Kanälen lösen (oben = Kanal aktiv).
PAN an allen Kanälen in die Mitte (Mono-PA!).
Routing: Instrumentenkanäle auf 1–2, Gesangskanäle auf 3–4,
Laptop (15/16) auf MIX.
Die MIX- und C-Tasten sonst am Kanal nicht drücken.
Master: MIX-Fader auf „0“, Gruppen-Fader auf „0“, die Gruppen-MIX-Schalter gedrückt
(Gruppen auf den Mix). Taste „MIX TO C“ drücken (für den Sub).
Für die Monitore die PRE-Schalter für Aux 1&2 sowie 3&4 drücken (Monitor = pre-fade).
48V nur dort einschalten, wo ein Kondensatormikrofon hängt – erst nachdem das Mikro gesteckt ist.
5.2 Gain richtig einstellen
Der GAIN-Regler bestimmt, wie „heiss“ ein Signal in den Kanal geht. Zu hoch → Verzerrung, zu niedrig → Rauschen.
Richtig eingestellter Gain ist die Grundlage für einen sauberen Mix.
Quelle spielt/spricht in typischer Lautstärke (so laut wie im Gottesdienst).
PFL-Taste des Kanals drücken – das Signal liegt nun allein auf der Anzeige (Meter).
Am GAIN-Regler drehen, bis die Anzeige im gelben (amber) Bereich liegt und nur bei
Spitzen kurz die erste rote LED erreicht.
PFL wieder lösen, nächster Kanal. Diesen Schritt für jeden belegten Kanal wiederholen.
Der Fader sollte danach bei mittlerer Stellung (nahe „0“) stehen – dann hat man genug Spielraum nach oben und unten.
5.3 EQ einstellen
Der 4-Band-EQ dient zum Feinschliff, nicht zum „Geradebiegen“ eines schlecht aufgenommenen Signals.
Faustregel: lieber absenken als anheben – starkes Anheben erzeugt schnell Rückkopplungen.
HF (Höhen, ca. 12 kHz): Klarheit/Glanz. Zu viel → Zischen (S-Laute).
HI MID (obere Mitten, 550 Hz–13 kHz): Verständlichkeit von Stimmen, „Präsenz“.
LO MID (untere Mitten, 80 Hz–1,9 kHz): Wärme, aber auch „mumpfiger“ Klang.
LF (Bässe, ca. 60 Hz): Fundament/Druck. Zu viel → Dröhnen.
Vorgehen: Band auswählen, mit dem oberen Regler die Frequenz einstellen und mit dem
unteren Regler anheben/absenken. Mit dem EQ-Schalter lässt sich der EQ ein-/ausschalten
(gedrückt = EQ aktiv) und so direkt vorher/nachher vergleichen.
5.4 Pegel & Mischen
Grobabstimmung mit den Gruppen-Fadern: Gruppe 1/2 = Instrumente, Gruppe 3/4 = Gesang.
So lässt sich das Verhältnis Gesang ↔ Instrumente schnell anpassen.
Feinabstimmung mit den Kanal-Fadern: einzelne Stimmen/Instrumente ins Verhältnis bringen –
Gesang im Vordergrund, Rest darunter.
Master-Fader auf „0“ lassen und die Gesamtlautstärke möglichst nicht darüber anheben.
Meter beobachten: Spitzen im gelben Bereich sind gut; rote LED bedeutet Übersteuerung →
betroffenen Fader (Kanal oder Gruppe) leicht zurücknehmen.
Ziel: Der meiste Klang kommt für das Publikum aus der Haus-PA – die Monitore dienen der Band, nicht dem Saal.
Grundsätzlich gilt: zuerst den Gain sauber setzen, dann mit den Fadern mischen.
5.5 Monitore (Aux)
Aux 1 → Monitor Piano (Ausgang B). Am Kanal 10 (Piano) den Aux-1-Regler aufdrehen.
Aux 3 → Monitor Gesang (Ausgang C). An den Gesangskanälen (8 abwärts) den Aux-3-Regler aufdrehen.
Aux 4 → zweiter Gesangsmonitor (Ausgang D) – nur bei Bedarf.
Die Aux-Master-Regler im Masterbereich stellen die Gesamtlautstärke des jeweiligen Monitors.
Wichtig: Monitore sind pre-fade eingestellt – die Monitorlautstärke ändert sich also nicht,
wenn du am Kanal-Fader ziehst.
6Standard-EQ-Einstellungen
Als Startpunkt für einen Kanal dienen die Werte unten. Sie sind bewusst „mild“ gewählt und
lassen sich je nach Raum und Stimme nachjustieren. „0“ = Regler in Mittelstellung, alle Werte in dB
(Frequenzen: HI MID in kHz, LO MID in Hz).
6.1 Standard-EQ – passend zur Kanalbelegung
Kanal
Instrument
HF
HI MID Freq / Gain
LO MID Freq / Gain
LF
8 abwärts
Gesang – weiblich
+8
2,4 kHz / +2
465 Hz / −2
−2
8 abwärts
Gesang – männlich
+4
2,0 kHz / +2
960 Hz / 0
−2
10
Piano
+4
2,9 kHz / +2
665 Hz / +2
−2
12
Akustikgitarre
+4
2,0 kHz / 0
665 Hz / +2
+4
13
Cajón (Bassdrum-Werte)
+4
1,6 kHz / 0
265 Hz / −4
+4
15/16
Laptop / Playback
0
– / 0
– / 0
0
Gesang: je nach Stimme die weibliche oder männliche Einstellung als Startwert nehmen. Cajón: hier werden üblicherweise die Bassdrum-Werte verwendet (siehe Tabelle).
6.2 Zusatz-Instrumente (nur bei Bedarf)
Diese Werte stammen aus dem ursprünglichen Layout und sind nur relevant, wenn die Instrumente tatsächlich
dazukommen (dann auf die freien Kanäle 9 / 11 / 14, Routing 1–2).
Instrument
HF
HI MID Freq / Gain
LO MID Freq / Gain
LF
Bass
+1
2,0 kHz / +4
130 Hz / +4
−8
Bassdrum (BD)
+4
1,6 kHz / 0
265 Hz / −4
+4
Overhead (OH)
+4
2,9 kHz / 0
385 Hz / −2
−2
Regelbereiche (Referenz)
HF
Shelf, ab ca. 12 kHz, ±15 dB
HI MID
550 Hz – 13 kHz, ±15 dB (Q = 1,5)
LO MID
80 Hz – 1,9 kHz, ±15 dB (Q = 1,5)
LF
Shelf, bis ca. 60 Hz, ±15 dB
Hochpass
100 Hz, 18 dB/Oktave
Merksatz
„Regler in Mittelstellung = 0 dB.“ Wenn du dir bei einem Band unsicher bist: einfach mittig lassen.
Wichtig ist ein sauberer Gain – der bringt meist mehr als jeder EQ.
7Häufige Probleme
Problem
Mögliche Ursache / Lösung
Kein Ton im Saal
Master-MIX-Fader oben? Gruppen-Fader oben und Gruppen im Master auf MIX geschaltet? MUTE am Kanal gelöst? Routing am Kanal (1–2 / 3–4 / MIX) gesetzt? Taste „2TK REPLACES MIX“ versehentlich gedrückt? PA/Verstärker an?
Meter zeigt kein Signal
Gain zu niedrig? Falscher Eingang? PFL gedrückt? Insert-Gerät aus/nicht verbunden? Quellenkabel defekt?
Kondensatormikro nicht funktioniert
48V am richtigen Kanal an? Mikro am MIC-Eingang? Symmetrisches 3-adriges Kabel?
Laptop kommt nicht durch
XLR an Kanal 15/16 ausgesteckt? Adapter im Line-Eingang (nicht MIC)? Gain am Kanal aufgedreht? Abspielgerät laut genug / Ausgang richtig?
Signal doppelt / Pegel passt nicht
Kanal gleichzeitig auf Gruppe undMIX geroutet → MIX am Kanal lösen.
Verzerrter Klang
Gain zu hoch → zurückdrehen. Meter im roten Bereich? Fader absenken.